Berlin, 14. Januar 2020

„Das digitale Krankenhaus“ ist der Titel einer weiteren gemeinsamen Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DIK) und des Branchencenters Gesundheitswirtschaft der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die von Juli bis November 2019 durchgeführt wurde. Ziel der Befragung war es, herauszufinden, wie die deutschen Krankenhäuser den Herausforderungen und Problemen der Digitalisierung gegenübertreten, welche Widerstände es zu bewältigen gilt und welche Strategien sie verfolgen. Das DKI als praxisnaher Forschungsdienstleister mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Befragung von Krankenhäusern und der BDO als die fünfgrößte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem Fachbereich Gesundheitswirtschaft, führten bereits in den letzten Jahren gemeinsame Studien durch. Anlässlich zur Veröffentlichung der Studie hat eHealth.Business seine Twitter-Community zu Kernaussagen der Studie befragt.

Die wesentlichen Studienergebnisse zeigen, dass eine umfangreiche Digitalisierung in erster Linie aufgrund fehlender finanzieller Mittel zu Scheitern drohen, da eine Finanzierung aus Eigenmitteln bei weitem nicht ausreicht. Weiterhin fehlt es den meisten Krankenhäusern an qualifiziertem IT-Personal, einer zufriedenstellenden Vergütung sowie an IT-Know-how unter den Krankenhausmitarbeitern. Jedes zweite Krankenhaus ist nicht in der Lage, offene Stellen in der IT-Abteilung zu besetzen. Aufgrund der unzureichenden Interoperabilität bestehender IT-Systeme, herrscht intern und extern eine mangelhafte Vernetzung und eine zum Teil veraltete IT-Landschaft. Lediglich die elektronische Bildverwaltung wurde in weit mehr als der Hälfte der Krankenhäuser vollständig implementiert. IT-Anwendungen in der Telematik sowie Telemedizin werden nur selektiv eingesetzt. Alle vereinbarten Ziele werden unzureichend nachgehalten, somit fehlt in den meisten Fällen eine nachhaltige Digitalisierungsstrategie. Es lassen sich jedoch auch positive Entwicklungen verzeichnen. In den IT-Abteilungen fällt die Fluktuationsrate vergleichsweise niedrig aus und der Großteil weist eine IT-Strategie auf, die auf Grundlage der Unternehmensstrategie entwickelt wurde. Zudem haben immerhin etwas weniger als die Hälfte der Krankenhäuser ihre IT-Budgets erhöht. 

Die Twitter-Community von eHealth.Business stimmt den Studienergebnissen mehrheitlich zu. So deuten die Kommentare darauf hin, dass eine mangelnde Akzeptanz, zu hohe Kosten und fehlendes IT-Personal als größte Herausforderungen bei der Digitalisierung in Krankenhäusern gesehen werden. Zum Problem des Fachkräftemangels äußert der CIO des Universitätsklinikums Frankfurt am Main, Jens Schulze: „Meine Zustimmung, andere Branchen bieten dem IT-Personal ganz andere Möglichkeiten. Bis dato ist die Krankenhauswelt noch nicht unter Druck, sonst würde man jetzt schon Änderungen erkennen.“ Bleibt zu hoffen, dass im Rahmen der notwendigen und fortschreitenden Vernetzung der Druck steigt und die Probleme angegangen werden.

#Digitalisierung #khit @BDO_Deutschland

Link zur Studie: https://www.bdo.de/de-de/insights-de/weitere-veroffentlichungen/studien/stand-der-digitalisierung-in-krankenhausern