Berlin, 2. Dezember 2019

Die gesetzlichen Krankenkassen haben sich die Äußerung des Bundesgesundheitsministers auf die Fahnen geschrieben und treiben mit Hilfe der direkten Ansprache von kreativen Start-ups im Gesundheitswesen den digitalen Fortschritt voran. Unter dem Motto „Innovatoren treffen Entscheider“ hat die AOK Nordost auf der durch sie ins Leben gerufenen #eHealthCon am 7. November mehr als 150 Menschen aus den Bereichen Gesundheit, Politik und Wirtschaft in den eigenen Räumlichkeiten in der Berliner Wilhelmstraße zusammengebracht. Die AOK Nordost verfolgt damit das Ziel, einen Dialog zwischen Start-ups und relevanten Beteiligten im deutschen Gesundheitssystem herzustellen. Neben der AOK Nordost fördern unter anderem auch die BARMER mit ihren Investitionen in den Venture-Capital-Fonds „Earlybird“ und die Techniker Krankenkasse mit ihrem Programm „Blue Beyond“ originelle und in der Gesundheitswirtschaft neue Unternehmen bei der Umsetzung ihrer innovativen Ideen. Die gesetzlichen Krankenkassen verfolgen das Ziel, den digitalen Fortschritt im Gesundheitswesen voranzutreiben und dadurch die medizinische Versorgung langfristig effizienter zu gestalten.

Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter Digitalisierung im Bundesministerium für Gesundheit, eröffnete die AOK-Veranstaltung mit den Worten „Wir müssen weiter Tempo machen – die Welt wartet nicht auf uns“. Tempo machen mussten auch 30 junge Unternehmen, die während des Elevator Pitches innerhalb von vier Minuten ihre Geschäftsidee vorstellten. Unternehmen mit App-Lösungen, wie Selfapy (Online-Therapie bei psychischen Problemen) und M-sense (Medizin-App für Migräne und Kopfschmerzen), stellten die Vorteile ihrer Entwicklungen dar. Neben Aktenlösungen von phellow seven und doctolib wurden außerdem Produkte mit diagnostischen Zwecken, wie die Pulswellenmessung via Handykamera von Kenkou und die Messung von vier Vitalparametern mit Hilfe eines In Ear Wearables von cosinuss präsentiert. Angeregt durch die Pitches fand anschließend ein Austausch zwischen den Zuschauern und den Herstellern an den Ständen der Unternehmen statt.

Im weiteren Verlauf der #eHealthCon gab es neun parallele Sessions zu den Fokusthemen „Von der Innovation zur Normalität – aber wie?“, „Innovation trotz Datenschutz – Innovation durch Datenschutz?“ sowie „Digitale Vernetzung vs. Analoge Isolation“. Danach diskutierten die Referenten in aufeinanderfolgenden Wrap-up-Sessions miteinander die wesentlichen Punkte der drei Fokusthemen. Bei der ersten Session, die den Kulturwandel im Gesundheitswesen thematisierte, waren sich die Referenten einig: Digitalisierung muss gestaltet, nicht erlitten werden. Man solle sich große Partner suchen, um in Zukunft stark zu sein. Prof. Dr. Heckmann, Mitglied der Datenethikkommission und Lehrstuhlinhaber an der TU München, brachte es während der zweiten Session auf den Punkt: „Datenschutz muss sexy werden!“. Take-Home-Message der dritten Diskussion zum Thema Kulturwandel im Gesundheitswesen war, dass es wichtig ist, die relevanten Gesetze zu kennen. Das Einbringen von eigenen Vorschlägen, sei für eine positive Entwicklung der Digitalisierung von hoher Bedeutung.

Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost, fasste in seiner Rede zusammen: „Mit der #eHealthCon setzen wir hier einen wichtigen Impuls und vernetzen die Start-ups mit möglichst vielen Entscheidern und Akteuren im Gesundheitswesen. Gemeinsam wollen wir uns einer Vision nähern, wie innovative Versorgung in Deutschland aussehen kann und was es dafür braucht.“

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